Gibt es Jagd in der Wildnis?

Schadensabwehr und gesetzliche Bestimmungen – wir informieren über unser Wildtiermanagement

Tierspuren im Sand. Foto: Dr. Tilo Geisel

Freie Bahn für Wildtiere

Die großen, unzerschnittenen Kernbereiche unserer Wildnisgebiete sind wichtige Rückzugsräume für viele teils seltene und geschützte Wildtiere. Hier findet dauerhaft kein Wildtiermanagement statt und die Natur kann sich auf größtmöglicher Fläche weitestgehend ohne menschliche Eingriffe frei entwickeln. Diese großen Wildruhezonen sind ein besonderes Qualitätsmerkmal unserer Wildnisgebiete und einiger Nationalparke in Deutschland.

Wir möchten freilebende Wildtierpopulationen ermöglichen, die ihre Lebensräume frei besiedeln, diese durch ihre Aktivitäten mitgestalten und ihren Lebensrhythmus eigenständig und im Wesentlichen ohne menschliche Beeinflussung selbst bestimmen.

Unsere Flächen bieten dafür beste Voraussetzungen, denn sie sind wertvolle Lebensräume für wild lebende Tiere und Pflanzen, die auf natürliche Prozesse und große, ungestörte Flächen angewiesen sind.

Gesetzliche Verpflichtungen und Schadensabwehr
Die Randbereiche der Wildnisgebiete gelten als sogenannte Pufferflächen. Hier sorgen wir dafür, dass die umgebende Kulturlandschaft vor Schäden geschützt wird. Auch für Wildnisgebiete gilt das Bundesjagdgesetz, das eine Verpflichtung zur Wildtierregulierung vorsieht. Auch das Landesjagdgesetz Brandenburgs sieht vor, von jagdbaren Tieren verursachten Schäden am Wald und auf landwirtschaftlichen Kulturen auf ein wirtschaftlich tragbares Maß zu begrenzen.

Das Wildtiermanagement in den Pufferbereichen ist darauf ausgerichtet, möglichst störungsarm zu sein. Im Vergleich zur Jagd auf anderen Flächen gibt es in unseren Wildnisgebieten örtlich angepasste Jagdzeiten und eine reduzierte Intensität. Einzige Zielstellung unseres Wildtiermanagements ist es, Schäden auf umliegenden Wirtschaftsflächen anderer Eigentümer zu vermeiden. Die Jagd beschränkt sich auf Rehe, Rotwild, Damwild und Wildschweine.

Schutz vor Tierseuchen
Im Falle von Tierseuchen wie z. B. der Afrikanischen Schweinepest können zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung in den betroffenen Landkreisen und umliegenden Gebieten behördliche Maßnahmen verfügt werden. Hier unterstützt die Wildnisstiftung mit eigenem Personal, indem sie ihre Flächen intensiv kontrolliert und die behördlichen Auflagen verantwortungsbewusst umsetzt.

Natürliche Räuber-Beute-Beziehungen
Die Wildnisgebiete der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung sind durch ihre Größe und Unzerschnittenheit sowie ein gutes Nahrungsangebot als Lebensraum für Wölfe bestens geeignet. Hier übernehmen sie eine wichtige Funktion im Ökosystem und regulieren ganz natürlich die Wildtierdichten.

Mit regelmäßigem Monitoring untersucht die Wildnisstiftung die Entwicklung der Wölfe in ihren Wildnisgebieten und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Räuber-Beute-Dynamiken in natürlichen Systemen, in denen sich Lebensgemeinschaften ungestört von menschlichen Eingriffen entwickeln können.

Andere Themen

Waldentwicklung. Foto: Dr. Tilo Geisel

Wildtiermanagement und Jagd

Das Wildtiermanagement in den Randbereichen der Wildnisgebiete ist darauf ausgerichtet, möglichst störungsarm zu sein. Im Vergleich zur Jagd auf anderen Flächen gibt es in unseren Wildnisgebieten örtlich angepasste Jagdzeiten und eine reduzierte Intensität.

Vierpunkt-Flechtenbärchen (Lithosia quadra), Foto: Hamon jp, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Vierpunkt-Flechtenbärchen

Die Raupen des in vielen Gebieten bereits seltenen Vierpunkt-Flechtenbärchens (Lithosia quadra) entwickeln sich zu ganz besonderen Nachtfaltern aus der Familie der Bärenspinner (Arctiinae).

Eurasischer Wolf steht mit den Vorderbeinen auf umgestürztem Baum

Wolf

Sichere Rückzugsräume sind für die nach deutschem und europäischem Recht streng geschützten Tiere sehr wertvoll und helfen Konflikte zu reduzieren. Wildnisgebiete sind durch ihre Größe und Unzerschnittenheit sowie das gute Nahrungsangebot als Lebensraum für Wölfe bestens geeignet.

Männlicher Rothirsch mit großem Geweih

Rothirsch

Der Rothirsch beeindruckt mit seinem imposanten Geweih und seinem ausgeprägten Sozialverhalten, jedoch steht er vor wachsenden Herausforderungen aufgrund von Lebensraumverlust.

Raufußkauz auf einem Ast sitzend

Raufußkauz

Der Raufußkauz, ein nächtlicher Jäger, bedroht durch den Verlust geeigneter Lebensräume und die zunehmende Fragmentierung von Waldgebieten.

Mopsfledermaus liegt auf einem Stein

Mopsfledermaus

Die Mopsfledermaus zeichnet sich durch ihre abgeflachte Nase und breiten, zusammengewachsenen Ohren aus und ist nachtaktiv.

Hirschkäfer. Foto: Sebastian Hennigs

Hirschkäfer

In den Wäldern Europas verbirgt sich ein faszinierendes Lebewesen von beachtlicher Größe und ökologischer Bedeutung: der Hirschkäfer.

Käfer an Totholz

Wildnis in Deutschland

Wildnisgebiete sind Flächen, in denen die dynamischen Kräfte der Natur unbeeinflusst wirken können.

Totholz in einem nachwachsenden Wald

Totholz

Zu einem gesunden Wald gehören alte und abgestorbene Bäume. Totholz umfasst stehende oder umgefallene Stämme, einzelne tote Äste an einem alten Baum, Asthaufen oder Strünke.

Vogel Ziegenmelker sitzt auf Ast

Ziegenmelker

Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um Caprimulgus europaeus, die Nachtschwalbe. Gemäß Übersetzung ihres lateinischen Namens wird sie auch Europäischer Ziegenmelker genannt.