Fledermausmonitoring im Wildnisgebiet
Zwanzig Quartiere werden von den Ranger*innen in Jüterbog regelmäßig auf ihren aktuellen Fledermausbestand kontrolliert.
Klein, wendig und scheinbar lautlos schwirrt sie durch die Nacht: die Fledermaus. Sie gehört zur einzigen Säugetierordnung, die die Fähigkeit zum Flug entwickelt hat. Um sich auch im Dunkeln orientieren zu können, hat sie ein Echoortungssystem entwickelt: Mithilfe ihrer Schreie, die für uns Menschen nicht hörbar sind, macht sie sich ein aktuelles dreidimensionales Bild ihrer Umwelt. So ist sie in der Lage, ihre Beute – vor allem Nachtfalter, Käfer und Mücken – zu entdecken.
Doch wo versteckt sich der fliegende Säuger tagsüber?
Lose Baumrinden, Felsspalten und Höhlen dienen der Fledermaus als Rückzugsmöglichkeit. Hier kann sie kopfüber buchstäblich „abhängen“. Besonders für ihren Winterschlaf von November bis März sind sichere Rückzugsorte für die Fledermaus unerlässlich, um vor Fressfeinden sicher zu sein. Durch den Menschen wird sie allerdings immer mehr ihrer natürlichen Refugien beraubt, so dass sie heute auch Tunnel, Keller und Bunkeranlagen als Unterschlupf nutzt.
Auf den Stiftungsflächen bei Jüterbog wurde eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt festgestellt– ein Hinweis darauf, wie wertvoll und intakt diese Lebensräume sind.
Acht verschiedene Fledermausarten fühlen sich in den regelmäßig kontrollierten Winterquartieren – den alten Bunkeranlagen auf den Flächen der Wildnisstiftung – wohl, darunter gefährdete Arten wie die Wasserfledermaus (Myotis daubentonii), die Fransenfledermaus (Myotis nattereri), die Zwergfledermaus (Myotis pipistrellus), Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus), das Braune Langohr (Plecotus auritus) sowie das Graue Langohr (Plecotus austriacus). Auch die in Brandenburg vom Aussterben bedrohten Arten der Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) sowie die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) konnten in Jüterbog nachgewiesen werden.
Das Fledermausmonitoring liefert also eine wertvolle Grundlage für gezielte Schutzmaßnahmen und den langfristigen Erhalt dieser faszinierenden Säugetiergruppe.

