Wie geht es weiter mit der Entwicklung des ländlichen Raums?
Die Wildnisstiftung hat in der Vergangenheit dank der LEADER-Förderung attraktive Wander- und Erlebniswege für die Regionen rund um ihre Wildnisgebiete realisieren können. So zum Beispiel 2022 den Sternenpfad an der Aussicht Wildnis in Lieberose mit einer Fördersumme von 88.624,54 Euro (weitere Infos zum Sternenpfad). Förderprogramme wie LEADER sind gerade auch für gemeinnützige Organisationen wie die Wildnisstiftung eine gute Möglichkeit, zur Entwicklung im ländlichen Raum beizutragen. Wir machen uns daher für die Weiterführung des LEADER-Programmes stark und weisen auf die aktuelle Pressemitteilung des Spreewaldvereins e. V. hin:
Die Zukunft des EU-Förderprogramms LEADER für ländliche Regionen steht vor großen Herausforderungen. Mit den aktuellen Vorschlägen der Europäischen Kommission zur Neuausrichtung der Förderpolitik wächst die Sorge des Spreewaldverein e. V. und vieler weiterer lokaler Aktionsgruppen, dass Fördergelder stärker in andere Bereiche fließen könnten, während Programme wie LEADER geschwächt werden. Sollte der Eigenanteil für Projekte deutlich steigen, könnten viele kleinere Vorhaben künftig nicht mehr umgesetzt werden.
LEADER ist ein europäisches Förderprogramm für den ländlichen Raum. Besonders daran ist der Bottom-Up-Ansatz: Nicht Ministerien oder Behörden allein entscheiden über Projekte, sondern die Menschen vor Ort. Engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Kommunen und Unternehmen entwickeln gemeinsam Ideen für ihre Region. Dadurch bleiben Handlungsspielräume vor Ort erhalten und regionale Identität sowie gesellschaftlicher Zusammenhalt werden gestärkt.
Die sogenannten Lokalen Aktionsgruppen (LAG) entscheiden anschließend, welche Projekte unterstützt und umgesetzt werden. In Brandenburg gibt es 14 LEADER-Regionen. Sie decken rund drei Viertel der Landesfläche ab.
Wie wichtig das Programm ist, zeigen die Zahlen der vergangenen Jahre. Zwischen 2014 und 2022 wurden in Brandenburg:
- rund 2.100 Projekte umgesetzt,
- etwa 390 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt,
- insgesamt rund 700 Millionen Euro Investitionen ausgelöst,
- rund 500 Arbeitsplätze geschaffen,
- und mehr als 600 Gebäude saniert.
Davon profitieren nicht nur regionale Unternehmen und Kommunen. LEADER stärkt auch das gesellschaftliche Leben in den Dörfern, unterstützt Vereine und schafft neue Perspektiven für junge Menschen und Familien im ländlichen Raum.
Die Brandenburger LEADER-Regionen fordern deshalb:
- eine sichere finanzielle Ausstattung von LEADER auch nach 2027,
- weiterhin hohe Förderquoten, damit auch kleine Projekte umsetzbar bleiben,
- und den Erhalt der regionalen Mitbestimmung vor Ort.
Mindestens 300 Millionen Euro werden seitens der LEADER-Regionen für die nächste Förderperiode in Brandenburg gefordert.
Der Spreewaldverein e.V. beteiligt sich aktiv an Gesprächen zur Zukunft von LEADER. Gemeinsam mit anderen Regionen werden Gespräche mit Politik und Verwaltung geführt und Forderungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene eingebracht. Ohne Programme wie LEADER wären viele Projekte in der Spreewaldregion nicht möglich gewesen. LEADER steht nicht nur für Fördermittel, sondern auch für Zusammenhalt, Engagement und Zukunftsperspektiven im ländlichen Raum.


