Wildnisstiftung engagiert sich für Waldbrandschutz im Wildnisgebiet Lieberose

Waldbrandschutz am Dachsweg mit Förderung aus Lottomitteln

Lieberose, 19.03.2026. Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung hat im Wildnisgebiet Lieberose eine weitere bedeutende Maßnahme zur Verbesserung der Waldbrandsicherheit umgesetzt. Die Entmunitionierung und Wiederherstellung des sogenannten Dachswegs als Waldbrandschutzschneise vervollständigt das bestehende Brandschutzsystem der Wildnisstiftung. Durch die Maßnahme wird die Sicherheit in der Region weiter gestärkt.

Gefördert wurde das Waldbrandschutzprojekt durch das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg aus der Konzessionsabgabe Lotto. Die Förderung umfasste 63.039 Euro, die Wildnisstiftung brachte zusätzlich 15.759 Euro Eigenmittel ein.

Wichtiger Schutz für Natur, Region und Besucherinnen und Besucher  

Dr. Antje Wurz aus dem geschäftsführenden Vorstand betont die große Bedeutung der Maßnahme: „Wir freuen uns, dass dieses wichtige Projekt gefördert wurde. Es stärkt die Waldbrandsicherheit in der Region weiter und hilft, die Flächen der Wildnisstiftung als wertvolle Naturschätze und Alleinstellungsmerkmal für die Region zu erhalten. Das Wildnisgebiet Lieberose ist zentraler Bestandteil des Tourismuskonzeptes für die Naturwelt Lieberoser Heide und hat großes Wertschöpfungspotenzial für den Strukturwandel in der Lausitz.“

Hintergrund: Kampfmittelbelastung und Waldbrandgefahr

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg besitzt über 15.150 Hektar Wildnisflächen im Land Brandenburg, darunter rund 3.150 Hektar im Wildnisgebiet Lieberose. Die Fläche liegt in einem Gebiet mit sehr hoher Waldbrandgefahr und ist zugleich stark kampfmittelbelastet. Löschmaßnahmen sind hier aufgrund der Gefahrenlage nur eingeschränkt möglich, daher spielt der vorbeugende Waldbrandschutz eine zentrale Rolle. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu schweren Bränden, die hohe Einsatzkapazitäten banden und beträchtliche ökologische Schäden und Verluste für die Wildnisstiftung verursachten. Die Polizei ermittelte wegen des Verdachts auf Brandstiftung.

Schutzschneisen als Feuerbarrieren

Bereits bestehende Waldbrandschutzschneisen nördlich, südlich und nordöstlich der ehemaligen Schießbahn sollen eine Ausbreitung von Bränden verhindern. Das System aus entmunitionierten Brandschutzschneisen, Wegen und Löschwasserbrunnen konnte bei Bränden in der Vergangenheit seine Wirksamkeit unter Beweis stellen. Es wird kontinuierlich überprüft, gepflegt und an aktuelle Erfordernisse angepasst.

Mit der Wiederherstellung des Dachswegs im Westen entstand nun ein Ringschluss rund um die Schießbahn – ein wichtiger Schritt für ein noch wirksameres Schutzsystem. Für die Wiederherstellung des Dachswegs als Waldbrandschutzschneise wurde der Bereich durch ein Fachunternehmen zur Kampfmittelräumung vollständig sondiert und von vorhandenen Kampfmitteln befreit. Bereits aufgewachsene Gehölze wurden entfernt, wobei einzelne Bäume stehengelassen wurden. Außerdem konnten abgestorbene Bäume, sogenanntes Totholz, beräumt sowie ehemalige Panzerstellungen und erosionsgefährdete Geländebereiche eingeebnet werden. Die fertige Waldbrandschutzschneise ist rund 1.725 Meter lang und 30 bis 50 m breit und besteht aus einem Streifen mit niedriger Vegetation in der Mitte, der rechts und links jeweils von einem vier Meter breiten vegetationsfreien, gefrästen Streifen (Wundstreifen) eingefasst ist. Nach Abschluss der Arbeiten soll der neue Waldbrandschutzstreifen dauerhaft gepflegt werden, um einen guten Brandschutz zu gewährleisten.

Naturschonende Umsetzung und Schutz für die Region 

Die Umsetzung erfolgte bewusst naturschonend: Auf einen Fahrweg wurde verzichtet, um Störungen und Erosion zu minimieren und die Nutzung der bestehenden Trasse reduziert Eingriffe in Natur und Landschaft. Von den entstandenen offenen Sandbereichen profitieren seltene, spezialisierte Tierarten, während einzelne, hochentastete Laubbäume als Ansitzwarten für Vögel dienen. Die Maßnahme trägt außerdem dazu bei, illegale Befahrung im Naturschutztotalreservat einzuschränken. Alle Schritte wurden eng mit den Kommunen als Trägern des Brandschutzes und den unteren Forst- und Naturschutzbehörden abgestimmt.

Als Grundlage für das Regionalentwicklungsprojekt „Naturwelt Lieberoser Heide“ stärkt ein wirksamer Waldbrandschutz sowohl die Sicherung ökologisch wertvoller Lebensräume als auch die touristische Entwicklung der Region und schützt angrenzende Ortschaften sowie wichtige Infrastruktur. Großbrände würden diese Ziele erheblich gefährden – entsprechend groß ist das Landesinteresse an der Umsetzung der Maßnahme.

Auch in den nächsten Wochen werden noch umfangreiche Maßnahmen zur Sicherung des Waldbrandschutzes umgesetzt. Rund 25 Hektar bzw. 7,3 km Waldbrandschutzschneisen werden instand gesetzt und rund 6,5 km Wundstreifen gepflegt. Die vier Löschwasserbrunnen werden gewartet und zahlreiche Kilometer an Waldbrandschutzwegen und weiteren Waldwegen freigeschnitten.

Förderhinweis:

Die Maßnahme Dachsweg wurde durch das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg aus der Konzessionsabgabe Lotto gefördert.

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Hintergrund

Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung

Die Wildnisstiftung engagiert sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 mit eigenen Flächen und Expertise für Wildnisgebiete und deren Vernetzung. Sie ist eine der größten privaten Eigentümerinnen von Wildnisgebieten in Deutschland. Stifter sind das Land Brandenburg, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), die Umweltstiftung WWF Deutschland, der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung, die Gregor Louisoder Umweltstiftung und eine Privatperson.

Unsere private Stiftung besitzt und verwaltet auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf Flächen im Umfang von 15.150 Hektar. Hier kann sich die Natur auf größtmöglicher Fläche frei entwickeln. Eine Vielfalt von Tieren und Pflanzen findet Lebensraum, darunter faszinierende Arten wie Sonnentau, Fischotter, Seeadler und Wolf. Mit Naturerlebnisangeboten wie Wanderwegen und geführten Exkursionen machen wir diese spannende Entwicklung zugänglich.

Wir lernen von der Natur, erforschen die natürliche Dynamik für eine lebenswerte Zukunft, vermitteln Wissen über wilde Natur und machen ihre Bedeutung und Einzigartigkeit erlebbar.

Unsere Wildnisflächen bieten Ökosystemen die Chance, sich an Klimaveränderungen anzupassen und leisten als natürliche Kohlenstoffspeicher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

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