Sicherheit bei Waldbränden: Wildnisstiftung setzt Waldbrandschutzsysteme in den Wildnisgebieten Jüterbog und Heidehof instand

Wildnisschutz und Sicherheit gehen Hand in Hand auf den Flächen der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Mit umfassenden Maßnahmen hat die Wildnisstiftung den Waldbrandschutz in den Wildnisgebieten Jüterbog und Heidehof gesichert. Im Frühjahr wurde das Schutzsystem aus Löschbrunnen, Waldbrandschutzschneisen und sicheren Brandschutzwegen instand gesetzt und weiter verbessert. So sind die Wildnisgebiete für den Ernstfall gut vorbereitet.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung bewahrt nicht nur die biologischen Schätze der Region, sondern fördert auch Klimaschutz, Forschung und insbesondere das Naturerlebnis in ihren Wildnisgebieten auf den vier ehemaligen Truppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf. Hier gibt die Stiftung der Natur Raum und Zeit zur Entfaltung und lädt Anwohner*innen und Interessierte dazu ein, die faszinierende Naturentwicklung hautnah zu erleben.

Wildnisstiftung stärkt Waldbrandschutz

Wildnis mit Weitblick – so lautet das Motto der Stiftung, die vor jeder Waldbrandsaison proaktiv Maßnahmen ergreift, um ihre einzigartigen Gebiete und die umliegenden Flächen bestmöglich zu schützen. „Sicherheit und Wildnisschutz gehen bei der Wildnisstiftung Hand in Hand“, sagt Dr. Andreas Meißner aus dem geschäftsführenden Vorstand. „Ziel ist es, ein Übergreifen von Bränden zu verhindern. Mit unseren Waldbrandschutzmaßnahmen erhöhen wir die Sicherheit bei Einsätzen und schützen gleichzeitig wertvolle Lebensräume. Unsere Mitarbeiter*innen haben im Winter und Frühjahr mit großem Einsatz daran gearbeitet, unsere Wildnisgebiete noch sicherer zu machen: Wir haben die Waldbrandschutzsysteme auf großer Fläche instand gesetzt und weiter verbessert. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Verkehrssicherung abbruchgefährdetes Totholz entlang öffentlicher Straßen und Wege entfernt. Besonders wichtig ist uns dabei die enge Zusammenarbeit mit Einsatzkräften, Behörden und lokalen Fachfirmen.“

Durch steigende Temperaturen wächst aktuell wieder die Waldbrandgefahr in Brandenburg. Die Flächen der Wildnisstiftung liegen auf ehemaligen Truppenübungsplätzen, auf denen zusätzlich Altlasten wie Kampfmittel besondere Vorsicht erfordern. In enger Abstimmung mit Landkreisen, Feuerwehren, Forstverwaltung und Naturschutzbehörden setzt die Stiftung deshalb auf maßgeschneiderte Waldbrandschutzkonzepte. Diese umfassen ein Netz aus befahrbaren Brandschutzwegen, Löschwasserentnahmestellen sowie 10 bis 50 Meter breiten Schutzschneisen mit sandigen Wundstreifen, an denen die Feuerausbreitung gestoppt werden soll.

Umfangreiche Maßnahmen im Frühjahr 2026

Auch in diesem Jahr hat die Wildnisstiftung gemeinsam mit ihren Partnern den Waldbrandschutz sichergestellt:

Im Wildnisgebiet Jüterbog wurden rund 27 Hektar Wundstreifen gepflegt. Sie sind Teil der Waldbrandschutzschneisen und dienen bei Waldbränden als Feuerbarriere. Zusätzlich wurden rund 63 Hektar Waldbrandschutzschneisen gemulcht und damit funktionsfähig gehalten.

Durch regelmäßiges Mulchen wird die Menge an trockenem Gras und Sträuchern gering gehalten. Weniger Biomasse bedeutet weniger Nahrung für ein Feuer. Beim Mulchen wird das Schnittgut zerkleinert und bleibt liegen. So kann auch die Feuchtigkeit im Boden besser gehalten werden, was die Vegetation weniger schnell austrocknen lässt.

Schutzstrukturen im Wildnisgebiet Heidehof

Im Wildnisgebiet Heidehof wurde entlang der Landesstraße L 70 ein rund 2 Kilometer langer Wundstreifen gescheibt und damit seine Brandschutzfunktion wieder hergestellt. Zudem wurden etwa 8 Kilometer des zentralen Waldbrandschutzweges (auch „Magistrale“ genannt) gemulcht.

Südlich von Lynow und Schöbendorf sind auf rund 3 Hektar (ca. 1,5 km Länge und 20-30 m Breite) Waldbrandschutzschneisen reaktiviert und freigestellt worden. Dabei konnten über 90 Prozent der Brandlast entfernt werden, während Laubhölzer gezielt erhalten blieben.

Ergänzend wurde auf etwa 1,5 Kilometern das Lichtraumprofil von Waldbrandschutzwegen freigeschnitten, um eine Befahrung durch die Einsatzkräfte zu gewährleisten. Auch wurde entlang der Wege die Brandlast beidseitig deutlich reduziert.

Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Ausbreitung von Bränden einzudämmen und gleichzeitig sichere Einsatzbedingungen für Feuerwehren zu schaffen.

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Hintergrund

Die Wildnisstiftung arbeitet eng mit den Feuerwehren, Landkreisen, Naturschutzbehörden und Flächennachbarn im Umfeld ihrer Wildnisgebiete zusammen, um effektive Waldbrandschutzsysteme sicherzustellen. Regelmäßige Pflege und Brandschutzübungen gewährleisten, dass diese Systeme stets einsatzbereit sind. Zu den wichtigsten Elementen gehören:

– Waldbrandschutzschneisen: 10-50 Meter breite, entmunitionierte und regelmäßig von Bewuchs freigehaltene Schneisen, die als Barrieren gegen Feuer dienen und auch befahrbar sind. Sie enthalten ein bis zwei sandige Wundstreifen (2-4 Meter breit), an denen Feuer auslaufen können. Im Brandfall können sie befahren und bewässert werden und so die Sicherheit verstärken.

– Löschwasserentnahmestellen: Strategisch platzierte Brunnen, Teiche und Wasserreservoirs für das schnelle Zurverfügungstellen des örtlich benötigten Löschwassers.

– Sichere Zufahrten: Ein Netz aus entmunitionierten und wo notwendig befestigten Brandschutzwegen zur Befahrung für Einsatzkräfte, um sicher und schnell reagieren zu können.

Gefördert wurden die Maßnahmen zu einhundert Prozent im Rahmen der Richtlinie des Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg zur Gewährung von Zuwendungen für die Förderung forstwirtschaftlicher Vorhaben (EU-MLEUV-Forst-RL).

Die Wildnisstiftung und ihre Partner bleiben aktiv und engagiert, um die Sicherheit ihrer Wildnisgebiete zu gewährleisten und gleichzeitig die einzigartige Natur zu bewahren. Eine detaillierte Übersicht über alle Waldbrandschutzmaßnahmen in den Wildnisgebieten Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf sowie Hinweise auf geförderte Vorhaben nach EU-MLUK-Forst-RL finden Sie auf unserer Website: https://www.wildnisstiftung.de/projekte/wildnis-aber-sicher/

 

Vorhaben nach EU-MLEUV-Forst-RL, MB III Vorbeugung von Waldschäden

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Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung

Die Wildnisstiftung engagiert sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 mit eigenen Flächen und Expertise für Wildnisgebiete und deren Vernetzung. Sie ist eine der größten privaten Eigentümerinnen von Wildnisgebieten in Deutschland.

Stifter sind das Land Brandenburg, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, der Naturschutzbund

Deutschland (NABU), die Umweltstiftung WWF Deutschland, der Landschafts-Förderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung, die Gregor Louisoder Umweltstiftung und eine Privatperson.
Unsere private Stiftung besitzt und verwaltet auf den ehemaligen Truppenübungsplätzen Jüterbog, Heidehof, Lieberose und Tangersdorf Flächen im Umfang von 15.150 Hektar. Hier kann sich die Natur auf größtmöglicher Fläche frei entwickeln. Eine Vielfalt von Tieren und Pflanzen findet Lebensraum, darunter faszinierende Arten wie Sonnentau, Fischotter, Seeadler und Wolf.

Mit Naturerlebnisangeboten wie Wanderwegen und geführten Exkursionen machen wir diese spannende Entwicklung zugänglich. Wir lernen von der Natur, erforschen die natürliche Dynamik für eine lebenswerte Zukunft, vermitteln Wissen über wilde Natur und machen ihre Bedeutung und Einzigartigkeit erlebbar. Unsere Wildnisflächen bieten Ökosystemen die Chance, sich an Klimaveränderungen anzupassen und leisten als natürliche Kohlenstoffspeicher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Über unsere Flächen in Brandenburg hinaus engagieren und vernetzen wir uns für mehr Wildnis in Deutschland. Weitere Informationen zu Wildnis in Deutschland unter www.wildnisindeutschland.de