Wildnis, Wolf und Weidetiere: Wie Naturschutz und Herdenschutz zusammenwirken

Wolf, Wildnis und Weidetiere – im Wildnisgebiet Jüterbog gehören sie zur Realität vor Ort. Während sich große Teile des Gebietes natürlich entwickeln, werden ausgewählte Randflächen seit mehr als 20 Jahren mit Schafen und Ziegen gepflegt.

Die Beweidung dient einem konkreten Naturschutzziel: Sie erhält Heideflächen und weitere Natura-2000-Offenlandlebensräume, die seltenen Vogelarten und spezialisierten Insekten wertvolle Lebensräume bieten. Die Tiere leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Für diese Aufgabe arbeitet die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung seit vielen Jahren mit der Flämingschäferei von Felix Körner zusammen. Die Herden pflegen ausgewählte Offenlandflächen am Rand des Wildnisgebietes und tragen dazu bei, dass diese besonderen Lebensräume erhalten bleiben.

Gleichzeitig gehört auch der Wolf als heimische Art zu den natürlichen Ökosystemen des Wildnisgebietes. Seine Rückkehr ist Teil der natürlichen Entwicklung, die wir auf unseren Flächen ermöglichen und begleiten.

Dass Wolf und Weidetiere gemeinsam ihren Platz in der Landschaft finden können, zeigt die Zusammenarbeit vor Ort. Auf den beweideten Flächen kommt konsequenter Herdenschutz zum Einsatz. Wolfsabweisende Zäune, regelmäßige Kontrollen und die tägliche Arbeit auf der Weide sorgen dafür, dass die Herden geschützt werden.

Anlässlich des Herdenschutztages 2026 kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Naturschutz, Weidetierhaltung, Verwaltung und Politik im Wildnisgebiet Jüterbog zusammen, um sich über praktische Erfahrungen mit Herdenschutz auszutauschen.

Die Erfahrungen vor Ort zeigen: Der Wolf gehört als heimische Art zu unseren Ökosystemen. Gleichzeitig können Schafe und Ziegen dort einen wichtigen Beitrag zum Erhalt wertvoller Offenlandlebensräume leisten. Mit wirksamem Herdenschutz gelingt dieses Miteinander bereits heute im Wildnisgebiet Jüterbog.

Hier finden Sie alle Infos zum Herdenschutztag im Detail.

 

 

Eurasischer Wolf steht mit den Vorderbeinen auf umgestürztem Baum

"Der Herdenschutztag in unserem Wildnisgebiet macht sichtbar, was wir auf unseren Flächen seit Jahren erleben: Der Wolf gehört als heimische Art zu unseren natürlichen Ökosystemen. Die Zusammenarbeit mit der Flämingschäferei zeigt, dass eine verantwortungsvoll betriebene Weidetierhaltung mit funktionierendem Herdenschutz gelingt. Dieses Miteinander ist für uns ein wichtiges Praxisbeispiel."

Dr. Andreas Meißner

Geschäftsführender Vorstand Wildnisstiftung Naturlandschaften Brandenburg - Die Wildnisstiftung